Autor: 17. Januar 2013 0 Kommentare Weiter ...

Betriebskosten der zentralen Brennstoffversorgungsanlage

Mittels einer zentralen Brennstoffversorgungsanlage werden Wohneinheiten mit gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen versorgt. Die Kosten für den Betrieb der zentralen Brennstoffversorgungsanlage können nach den Regelungen des § 2 Nr. 4 b der Betriebskostenverordnung als Betriebskosten in der Nebenkostenabrechnung angesetzt werden. Zu diesen Kosten gehören:

Betriebskosten sind:

Kosten der verbrauchten Brennstoffe und ihrer Lieferung

Dazu gehören die Kosten die für den Bezug der Brennstoffe wie zum Beispiel Heizöl oder Erdgas anfallen. In der Betriebskostenabrechnung sind die tatsächlich entstanden Kosten nach dem Leistungsprinzip anzusetzen. Bei der leitungsgebundenen Versorgung mit Brennstoffen wie Erdgas werden die Abrechnungen des Energieversorgers zu Grunde gelegt.

Bei der Lieferung von nicht leitungsgebundenen Brennstoffen (lagerfähigen Brennstoffen) wie Heizöl werden die Kosten für den Brennstoff aus dem Wert des Anfangsbestandes zuzüglich Kosten für Zukäufe abzüglich Wert des Endbestandes berechnet. Der Wert des Endbestandes wird damit nach der FIFO (First In First Out) Methode berechnet. Bei dieser Methode werden zuerst die ältesten Bestände verbraucht. Das bedeutet in der Praxis für die Berechnung des Endbestandes, dass der verbleibende Menge des Brennstoffes am Ende des Abrechnungszeitraumes mit dem Preis der letzten Lieferung anzusetzen ist. Das gilt aber nur falls (was die Regel sein sollte), der Endbestand kleiner als die letzte Lieferung ist. Bei festen Brennstoffen muss zur Ermittlung des Endbestandes die Menge häufig geschätzt werden.

Der Vermieter ist auch hier wieder dem Wirtschaftlichkeitsgrundsatz verpflichtet und muss die Brennstoffe möglichst kostengünstig einkaufen. Gewährte Rabatte, Boni, Skonti oder Ähnliches sind von den anzusetzenden Kosten abzuziehen.

Kosten des Betriebsstroms

Beim Betriebsstrom handelt es sich um den Stromverbrauch der zum Betrieb der Anlage notwendig ist. Der Stromverbrauch ist bare vom Allgemeinstrom nach Nr. 11 der Betriebskostenverordnung zu unterscheiden und separat in dieser Position anzusetzen. Die Bestimmung des Stromverbrauches kann über einen eigenen Zähler erfolgen. Falls dieser nicht vorhanden ist, kann der Verbrauch hilfsweise über die Anschlusswerte der Anlage ermittelt werden. Dazu ist elektrische Anschlusswert (in W oder kW) der Anlage mit der jährlichen Betriebsdauer in Stunden (Tage der Heizperiode x 24 h) zu multiplizieren.

Kosten der Überwachung

Der Überwachungsaufwand sollte bei dieser gering sein. Damit sollten wenn überhaupt nur geringe Kosten abgerechnet werden.

Kosten für die Reinigung der Anlage und des Betriebsraums

Strittig ist oft der Ansatz der Kosten für die Reinigung des Heizöltanks. Dabei muss eine gewisse Regelmäßigkeit vorliegen. Von dieser Regelmäßigkeit kann bei einem 4jährigen Abstand gerade noch ausgegangen werden.

Keine Betriebskosten sind:

Instandsetzungskosten der Anlage sind keine Betriebskosten.

Umlage der Betriebskosten

Die Verteilung der Betriebskosten zentralen Brennstoffversorgungsanlage in der Nebenkostenabrechnung erfolgt nach dem anteiligen Verbrauch der Brennstoffe des jeweiligen Mieters. Die Regelungen der Heizkostenverordnung gelten hier nicht.

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